Fenster im Alten Schloss Hohenbaden

DIE SAGE VOM JUNKER BURKART KELLERKELLERS BILD

Der Junker von Keller, ein junger Adliger, war der Sage nach auf dem Alten Schloss Hohenbaden angestellt. Er war jung, schön – und ein wenig leichtsinnig. Die Geschichte seines Schicksals ist auf den Fresken der Trinkhalle in Baden-Baden zu sehen.

Bildnis Christoph I., Markgraf von Baden, Lithografie um 1820

Der Sohn der Markgräfin.

IM DIENSTE DER MARKGRÄFIN

Die Sage spielt in der Zeit zwischen 1479 und 1493, als das Alte Schloss Hohenbaden Witwensitz Katharinas von Österreich war, der Mutter von Markgraf Christoph I. von Baden. Dieser war 1479 dauerhaft in das Neue Schloss gezogen, das damit anstelle Hohenbadens zur Residenz wurde. Der Junker aus dem Geschlecht der Freiherren von Keller – manche bezeichnen ihn als Burkhard oder Burkart Keller von Yburg – diente Katharina auf Hohenbaden.

Luftansicht von der Yburg

Der Junker soll von der Yburg stammen.

AUS LIEBE UNTERWEGS

Eigentlich liebte er die Tochter des Vogts der Burg Kuppenheim, Klara von Tiefenau. Regelmäßig stahl er sich vom Alten Schloss Hohenbaden weg, um sie zu besuchen. Eines Nachts auf dem Rückweg sah er im Wald eine weibliche Gestalt, in einen Schleier gehüllt. Der junge Mann versuchte sie zu berühren, doch sie verschwand im Nebel. Am nächsten Abend passierte dasselbe. Vom Burgkastellan erfuhr er: An dieser Stelle hatte einst ein heidnischer Tempel gestanden, niemand traue sich nachts dorthin.

Luftansicht vom Alten Schloss Hohenbaden

Im Wald soll sich die Sage zugetragen haben.

INTERESSANTER FUND

Der Junker wurde neugierig: Am folgenden Tag ließ er an der Stelle graben. Man fand einen kleinen römischen Altar, der der Inschrift zufolge einer Nymphe geweiht war. Auch die Marmorbüste einer hübschen weiblichen Gestalt kam zum Vorschein, doch Rumpf und Arme waren abgeschlagen. Den Altar und das Bild ließ der Junker von Keller wieder aufstellen – so entstand der Name „Kellers Bild“. Die schöne Gestalt ging ihm nicht aus dem Kopf.

DAS SCHLIMME ENDE

In der kommenden Nacht sah er die Erscheinung am Altar – und sie verschwand nicht wie sonst. Ein Knecht der Burg war dem Junker heimlich gefolgt. Als er ihn die Frau umarmen sah, packte ihn das Grauen und er floh. Am nächsten Tag fand man den Junker tot vor dem Altar liegen. Die Figur war verschwunden. Sein Bruder ließ den Altar zerstören und errichtete stattdessen einen Bildstock und ein steinernes Kreuz. Noch heute stehen sie, etwa 600 Meter voneinander entfernt, an einem Weg von der Weststadt zum Alten Schloss.

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Die Yburg, von der der Junker angeblich stammte, ist heute das Wahrzeichen des Reblandes. Auch dort warten alte Mauern, eine Gastronomie und ein  phantastischer Ausblick bis zum Straßburger Münster auf die Besucher.