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Eindrucksvoller Stammsitz über Baden-Baden
Altes Schloss Hohenbaden
Altes Schloss Hohenbaden, Gemälde von 1889

Altes neu entdecktDie Ruinenromantik

Im Zeitalter der Romantik suchten Maler, Dichter und Musiker eine verloren gegangene Welt. Sie orientierten sich an der Natur, alten Mythen und Bauten vor allem aus dem Mittelalter. Burgruinen wie das Alte Schloss Hohenbaden galten als Sinnbild einstiger Macht und wurden von Künstlern als Motiv genutzt.

Tuschezeichnung der Burg Hohenbaden von Großherzogin Stephanie von Baden um 1830

Stephanie von Baden zeichnete um 1830 die Burg.

Romantische Inspiration

Um 1800 besuchten die ersten Maler und Dichter das Alte Schloss Hohenbaden. Sie waren fasziniert von der majestätischen Burgruine, die am westlichen Rand des Battertfelsens thront. Die Ruine und die umliegenden Wälder beflügelten ihre Fantasie zu Werken über die vergangenen Zeiten. Auch die Mitglieder des Hauses Baden besuchten gerne das Alte Schloss Hohenbaden. Großherzogin Stéphanie von Baden zeichnete hier um 1830 die Burgruine.

Porträt von Max von Schenkendorf, 1818

Ein Lyriker des Befreiungskriegs.

Dichter auf der Burg

Einer der romantischen Dichter, die das Alte Schloss Hohenbaden zur künstlerischen Inspiration nutzen, war Max von Schenkendorf. Anfang des 19. Jahrhunderts lebte er in Baden und besuchte in dieser Zeit die Burgruine. Max von Schenkendorf gilt als einer der bedeutendsten Lyriker der Befreiungskriege. Auf exemplarische Weise verbinden seine Gedichte die Ruinenromantik mit der Programmatik des Befreiungskrieges gegen Napoleon. Im Gedicht „Das Bergschloss“ von 1814 bringt er die Sehnsucht nach der Wiederherstellung der alten Zeit zum Ausdruck.

Altes Schloss Hohenbaden, Stahlstich von Johann Poppel

Ein Stich der Ruine aus dem 19. Jahrhundert.

Das Bergschloss

Da droben auf jenem Berge,
Da stehet ein altes Haus,
Es schreiten zu Nacht und am Mittag
Viel Rittergestalten heraus.
  
Die weilten in herrlichen Tagen
Hier fröhlich am gastlichen Heerd,
Sie haben viel Schlachten geschlagen,
Sie haben viel Becher geleert.
  
Das alles ist leider vorüber,
In Trümmern das alte Thor;
Wer rufet aus Schutt und aus Grüften
Die mächtige Zeit uns hervor.
  
Und mag sie sich nimmer erheben,
Und hält sie der ewige Neid,
Wir wollen auf's Neue sie leben
Die alte, die selige Zeit.
  
Wir sind hier zusammengekommen
Und sprengen den köstlichsten Wein,
Zum Wohnsitz der Freien und Frommen
Das Erbteil der Deutschen zu weih'n.
  
Sieh' Bürger und Ritter auf's Neue
Erheben zum Schwure die Hand.
Wir meinen's recht in der Treue,
Du liebes, du heiliges Land.
- Max von Schenkendorf -