WOHNEN, ESSEN UND FEIERN DER BERNHARDSBAU

Im Bernhardsbau in der Unterburg lagen die Wohnräume, der Rittersaal, Küche und Keller. Er gehörte zu den größten Palasbauten im deutschen Südwesten. Ein Großteil seines Mauerwerks ist stehen geblieben – doch wie es früher im Inneren aussah, lässt sich heute nur erahnen.

Bildnis des Markgrafen Bernhard I. von Baden, Lithographie, um 1820

Markgraf Bernhard I. von Baden.

DAS HERZSTÜCK DER UNTERBURG

Der Bernhardsbau, kurz vor 1400 begonnen, ist das Kernstück der Unterburg. Sein Name geht zurück auf Markgraf Bernhard I. von Baden (1372-1431) als Bauherrn der gotischen Unterburg. Von ihm zeugt auch die einzig erhaltene Säule der Anlage im Erdgeschoss des Palas, die einst mit zwei weiteren Säulen die Decke des Erdgeschosses trug. Der fragmentarische Schmuck am Kapitell zeigt die Wappen der Markgrafschaft Baden und der Grafschaft Öttingen - Bernhard I. war in zweiter Ehe mit Anna von Öttingen verheiratet.

Die einzig erhaltene Säule vom Alten Schloss Hohenbaden.

Bernhardsbau

Der Bernhardsbau von oben.

DER AUFBAU DES BERNHARDSBAUS

Neben dem Eingang führt eine Treppe in das Kellergewölbe, das den gesamten Bereich unter dem Bernhardsbau einnimmt. Der Wirtschaftskeller war mit einer Kelter und neun kühlen Lagerräumen  (das klingt nach Kühlschrank) ausgestattet. Das Erdgeschoss  wurde durch einen großen Hausteinkamin an der Südfront beheizt. Unklar ist, ob das Erdgeschoss nur einen Raum umfasste oder in mehrere Räume unterteilt war und womöglich eine Küche beherbergte. Das obere Hauptgeschoss bestand aus einer Vorhalle und dem beheizbaren Rittersaal.

Erdgeschoss mit Säule und Rittersaal mit Kamin im Bernhardsbau

Rittersaal mit Kamin.

DER RITTERSAAL ZUM ESSEN UND FEIERN

Der Rittersaal im ersten Obergeschoss war der Hauptwohnraum. Er ist an den großen Fenstern und Kaminen zu erkennen. Hier wurden Mahlzeiten eingenommen und Feste gefeiert. Ab dem 15. Jahrhundert wurde der Saal wahrscheinlich zusätzlich mit Kachelöfen beheizt. In der Nordwand ist eine Loge eingelassen, deren Verwendung nicht mit Sicherheit bestimmt werden kann.  Über dem Rittersaal lagen einst weitere Wohngeschosse mit steilen Dächern.

Schlachtszene, aus: Taccuino Sanitatis Casanatense, 4182, 15. Jahrhundert

Das Schlachten von Schweinen, Darstellung aus dem 15. Jahrhundert.

ESSEN UND TRINKEN AUF EINER BURG

Im Mittelalter ernährten sich die Menschen oft einseitig und hauptsächlich von Getreideprodukten. Hauptgerichte waren Brot und Brei aus Getreide, der mit Wasser angerührt wurde. Die gehobenen Schichten fügten Salz oder  teure Gewürze hinzu. Käse oder Fleisch ergänzten die Mahlzeiten. Gekocht wurde in der Burgküche, in der auch Kinder zum Beispiel in einem Laufrad den Bratspies drehen mußten . Die offene Feuerstelle  wurde mit  Holz beheizt. An einem eisernem Gestänge mit Zähnen hing der Kessel. Wenn man diesen näher an das offene Feuer hängte hatte man einen Zahn zuglegt. Kleiner Tiegel und Pfannen standen auf variablen Dreifüßen. Große Feste wurden in den Rittersälen nur zu besonderen Anlässen ausgerichtet und dauerten oft mehrere Tage. Ein Festessen bestand aus mehreren Gängen, bevorzugt standen Wildgerichte auf dem Speiseplan. Zu den Hauptspeisen wurden Brot und Saucen gereicht. Eierspeisen, Pasteten oder Milchprodukte wurden gerne als Vorspeise gegessen. Als Nachtisch gab es Obst und Süßspeisen. Wer seinen Reichtum zeigen wollte, ließ das Essen mit allerlei exotischen und kostspieligen Gewürzen zubereiten.

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